Kindergärten und Kinderkrippen sind ein zentraler Pfeiler für lebenswerte Gemeinden, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Attraktivität des Wirtschaftsstandortes Steiermark. Gleichzeitig ist es für viele Kommunen eine große Herausforderung, diese wichtige Aufgabe aufrechtzuerhalten und weiter auszubauen – besonders angesichts immer knapper werdender Budgets.

Die Landesregierung verfolgt daher das Ziel, eine hochwertige und zugleich leistbare Kinderbetreuung sicherzustellen. Im Rahmen der Deregulierungsoffensive sollen klare und schlanke Regelungen geschaffen, Doppelstrukturen abgebaut und vorhandene Synergien bestmöglich genutzt werden. Damit erhalten die Gemeinden mehr Freiraum und Unterstützung bei ihrer Arbeit.

Das nun vorliegende Arbeitspapier wurde in enger Zusammenarbeit zwischen mehreren Landesabteilungen, Städten und Gemeinden erarbeitet – ein klares Bekenntnis, gemeinsam die Zukunft der Kinderbetreuung in der Steiermark zu sichern.

„Die Landesregierung hat sich klar dazu bekannt, der Bürokratie den Kampf anzusagen und zu deregulieren, wo es geht. Mit dem heutigen Maßnahmenkatalog bringen wir vor allem auch Entlastungen für unsere Gemeinden auf den Weg und machen es ihnen leichter, für die beste Kinderbetreuung in der Steiermark zu sorgen. Wir nutzen Synergien, schaffen überbordende Vorschriften ab und ermöglichen es so unseren Gemeinden, effizienter, unbürokratischer und vor allem kostengünstiger zu bauen. Denn Fakt ist: Wir brauchen die Kinderbetreuungsplätze und deswegen sollen den Gemeinden bei der Schaffung keine zusätzlichen Hürden in den Weg gestellt werden. Zusätzlich erleichtern wir es, bestehende Gebäude nachzunutzen und somit auch Ortskerne zusätzlich zu stärken. Ich bin froh, dass wir mit diesem Paket wichtige Erleichterungen für den Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen auf den Weg bringen. Denn am Ende soll eines überbleiben: wir schaffen die beste Kinderbildung und Kinderbetreuung für unsere Jüngsten“, so Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom.

„Mit weniger Vorschriften, einfacheren Regeln und mehr Flexibilität bringen wir zusätzlichen Schwung in den Ausbau unserer Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen. Für uns zählen ausreichend qualitätsvolle Plätze in Kindergärten und -krippen, nicht ein Zentimeter mehr oder weniger Raumhöhe in Betreuungseinrichtungen. Es gilt: Doppelgleisigkeiten entfernen, Synergien nutzen und Vorschriften mit Hausverstand anwenden – unsere Gemeinden brauchen mehr Luft zum Atmen, unsere Kinder die beste Betreuung. Der Ausbau muss für unsere Gemeinden leistbar sein und darf nicht zum bürokratischen Hindernislauf werden. Mit dem Maßnahmenkatalog für eine qualitätsvolle und finanzierbare Kinderbildung- und -betreuung wird ein umfassendes Reformpakte in die Wege geleitet, das mehr Platz, weniger Hürden und glückliche Kinder schafft“, so Klubobmann Lukas Schnitzer.

Es handelt sich bei dem vorliegenden Maßnahmenpapier um das umfangreichste Reformvorhaben im Kinderbildungs- und -betreuungsbereich der letzten Jahre.  Landeshauptmann-Stellvertreterin Manuela Khom stellten Auszüge aus den einzelnen Teilbereichen des Reformkataloges vor.

Der vorliegende Arbeitsvorschlag umfasst folgende Kernpunkte:

Bedarfsplanung

Regional differenzierte Bedarfsplanung zur Optimierung und zielgerichteten Steuerung des Ausbaus von Betreuungsplätzen.

Neu- und Bestandsbauten

Für Neubauten von Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen sollen klare, qualitätsgesicherte Standards gelten, die eine verlässliche Planungsgrundlage und ein hohes pädagogisches Niveau gewährleisten. Gleichzeitig ist darauf zu achten, dass ausreichend Flexibilität für standortspezifische Anforderungen und unterschiedliche Trägermodelle besteht. Vorgaben sollen so gestaltet sein, dass sie praxistauglich bleiben und wirtschaftlich tragfähige Lösungen ermöglichen, ohne dabei die Qualität oder Zukunftsfähigkeit der Einrichtungen einzuschränken.

Für Bestandsbauten von Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen sollen flexible und praxisorientierte Regelungen gelten, die eine bedarfsgerechte Modernisierung und Anpassung entsprechend der jeweiligen baulichen und räumlichen Gegebenheiten ermöglichen. Dabei sind unverhältnismäßige Auflagen zu vermeiden, sodass Maßnahmen stets wirtschaftlich vertretbar und angemessen bleiben.

Kooperationen

Kooperationen zwischen Gemeinden, Unternehmen, kirchlichen Trägern und weiteren Partnern sind entscheidend für den erfolgreichen Ausbau von Betreuungsplätzen. Sie ermöglichen die Bündelung von Ressourcen, Know-how und Infrastruktur, schaffen innovative Lösungen vor Ort und fördern eine bedarfsgerechte, flächendeckende Versorgung. Gerade in Zeiten wachsender Nachfrage sind solche Partnerschaften ein zentraler Schlüssel für nachhaltige und wirtschaftlich tragbare Entwicklungen im Bereich der Kinderbildung und -betreuung.

Organisation der Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen

Die organisatorischen Rahmenbedingungen von Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen bedürfen einer kontinuierlichen Weiterentwicklung, um einen wirtschaftlich tragfähigen und zukunftsorientierten Ausbau zu gewährleisten. Erforderlich sind dabei effiziente, flexible Strukturen, die eine qualitativ hochwertige Betreuung ermöglichen und gleichzeitig eine verantwortungsvolle Nutzung personeller und finanzieller Ressourcen sicherstellen. Nur durch entsprechende organisatorische Anpassungen kann das System nachhaltig gestärkt und auf aktuelle Anforderungen reagieren, wie auch auf zukünftige Anforderungen vorbereitet werden.

Personaleinsatz in den Kinderbildungs- und betreuungseinrichtungen

Der Personaleinsatz in Kinderbildungs- und -betreuungseinrichtungen muss an aktuelle und zukünftige Anforderungen angepasst werden. Ziel ist es, flexible und zugleich verlässliche Einsatzmodelle zu etablieren, die eine hohe Betreuungsqualität gewährleisten und gleichzeitig auf personelle Engpässe oder kurzfristige Mehrbedarfe reagieren können. Dabei ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen pädagogischem Anspruch, rechtlichen Rahmenbedingungen und wirtschaftlicher Tragfähigkeit sicherzustellen.

Weitere Betreuungsformen

Weitere Betreuungsformen wie jene durch Tageseltern leisten einen wichtigen Beitrag zur bedarfsgerechten Versorgung im Bereich der Kinderbildung und -betreuung. Sie bieten besonders in ländlichen Regionen oder bei individuellen Betreuungsbedarfen eine flexible und familiennahe Alternative zu institutionellen Einrichtungen. Daher ist es wichtig, gezielte Maßnahmen zur Attraktivierung und Stärkung dieses Betreuungsmodells zu setzen, um seine langfristige Verfügbarkeit und Qualität sicherzustellen.

Finanzierung und Förderung

Im Bereich der Kinderbildung und -betreuung stellt die Finanzierung des laufenden Betriebes für viele Gemeinden eine größere Herausforderung dar als die Investition in Neubauten oder Erweiterungen. Deshalb ist es unerlässlich, nachhaltige und verlässliche Fördermodelle zu entwickeln, die neben Investitionshilfen auch die laufenden Kosten angemessen berücksichtigen. Nur so kann eine qualitativ hochwertige und bedarfsgerechte Versorgung langfristig gesichert werden.

Dialog

Zur Qualitätssicherung und Beratung in grundsätzlichen Fragen der Kinderbildungs- und -betreuungsarbeit soll in der Steiermark ein regelmäßiger Austausch mit allen relevanten Partnern etabliert werden, die zur Sicherstellung und Weiterentwicklung des Systems beitragen.